Ratgeber

Backen mit Stevia: was es kann und was nicht

Stevia-Süße im Supermarkt besteht meist nicht aus Blättern der Stevia-Pflanze, sondern aus einem Extrakt oder einer Mischung mit anderen Stoffen. Diese Seite stützt sich auf drei Seiten der Verbraucherzentralen: „Kokosblüten-, Birkenzucker, Stevia & Co.“ (Stand 14.10.2026), „Stevia: Zuckerfreie Süße mit fraglichem natürlichem Image“ (Stand 17.09.2026) und „Steviolglycoside“ auf lebensmittelklarheit.de (Stand 15.08.2024), abgerufen am 27.10.2026. Diese Seite dient der allgemeinen Information und ersetzt keine ärztliche Beratung. Wenden Sie sich bei Beschwerden an Ihre Arztpraxis.

Stand Oktober 20263 Min. Lesezeit
Paar kocht gemeinsam in einer modernen Küche

Was Stevia-Süße ist

Die süßenden Stoffe heißen Steviolglycoside. Sie werden laut Verbraucherzentrale aufwendig chemisch und physikalisch aus den Blättern gewonnen und sind in der EU seit 2011 als Zusatzstoff E 960 zugelassen, mit Höchstmengen je Lebensmittelgruppe. Das Steviakraut selbst ist als Lebensmittel nicht erlaubt, nur als Zutat in Kräuter- und Früchtetees sowie in Nahrungsergänzungsmitteln.

Eigenschaft Angabe laut Verbraucherzentrale
Süßkraft etwa 300-mal so süß wie Zucker (lebensmittelklarheit.de: 200- bis 400-mal)
Energie praktisch keine, der Körper verdaut Steviolglycoside nicht
Zähne nicht kariesfördernd
Blutzucker beeinflusst ihn nicht
Geschmack süßt langsam an, lakritzartiger, bitterer Nachgeschmack
Zulassung EU seit 2011, E 960, nicht in Bio-Lebensmitteln

Was in Stevia-Streusüße steckt

Tafelsüßen mit dem Wort Stevia bestehen laut Verbraucherzentrale hauptsächlich aus Erythrit oder dem Mehrfachzucker Maltodextrin und enthalten nur wenig Steviolglycoside. Der Anteil steht oft nicht auf der Packung. Ein Blick auf die Zutatenliste zeigt, was Sie kaufen.

Warum Backen mit Stevia schwierig ist

Laut Verbraucherzentrale setzen drei Dinge dem Einsatz beim Backen Grenzen:

  1. Volumen: Zucker gibt dem Teig Masse. Weil Steviolglycoside so stark süßen, braucht man nur winzige Mengen, und diese Masse fehlt.
  2. Geschmack: Der lakritzartige Beigeschmack führt dazu, dass sich nur ein kleiner Teil des Zuckers ersetzen lässt.
  3. Höchstmengen: Steviolglycoside sind nur in begrenzten Mengen zugelassen.

Für die Praxis heißt das: Richten Sie sich bei der Umrechnung nach der Angabe auf der Packung, weil Stevia-Süßen meist Mischungen sind. Ersetzen Sie nicht den ganzen Zucker auf einmal, sondern probieren Sie es zuerst mit einem Teil.

Die Bewertung der Sicherheit

Die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) hat laut Verbraucherzentrale 2024 eine duldbare tägliche Aufnahme von 4 Milligramm Steviol-Äquivalenten je Kilogramm Körpergewicht bestätigt. Kleinkinder mit hohem Verzehr können diesen Wert leichter erreichen oder überschreiten. Gesundheitsversprechen wie Blutzuckersenkung oder Schutz vor Zahnbelag sind laut Verbraucherzentrale wissenschaftlich nicht belegt und für diese Lebensmittel nicht erlaubt.

Mehr zu Zucker und Ernährung allgemein lesen Sie unter ausgewogene Ernährung, Grundrezepte für Gemüse unter Blumenkohl kochen.

Wann zum Arzt

Haben Sie Diabetes oder eine andere Stoffwechselerkrankung, besprechen Sie die Umstellung auf Süßungsmittel mit Ihrer Arztpraxis. Erythrit, das in vielen Stevia-Streusüßen steckt, ist laut Verbraucherzentrale ein kalorienfreier Zuckeralkohol. Kleinkinder mit hohem Verzehr erreichen den Tageswert für Steviolglycoside laut Verbraucherzentrale leichter als Erwachsene.

Häufige Fragen

Wie viel süßer als Zucker ist Stevia?

Laut Verbraucherzentrale etwa 300-mal, lebensmittelklarheit.de nennt 200- bis 400-mal.

Kann man Zucker beim Backen ganz durch Stevia ersetzen?

Laut Verbraucherzentrale nur zu einem kleinen Teil, weil das Volumen fehlt und der Beigeschmack stört.

Sind Steviablätter im Handel erlaubt?

Laut Verbraucherzentrale nur in Kräuter- und Früchtetees und in Nahrungsergänzungsmitteln, nicht als Lebensmittel allgemein.

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