Ratgeber
Pflastersteine verlegen: Schritt für Schritt
Ein Pflaster hält nur so gut wie sein Unterbau. Fehler in Untergrund, Gefälle oder Fugen zeigen sich oft erst später als Pfützen oder lockere Steine. Grundlage dieser Seite sind die „Zehn Grundregeln“ aus dem Technischen Handbuch „Dauerhafte Verkehrsflächen mit Betonpflastersteinen“ des Betonverbands Straße, Landschaft, Garten (SLG), 6. Auflage Juni 2024, und § 12 Pflanzenschutzgesetz (gesetze-im-internet.de), beide abgerufen am 27. Oktober 2026. Die Rechtshinweise sind allgemeine Information, keine Rechtsberatung.

Der Aufbau von unten nach oben
| Schicht | Was laut SLG wichtig ist |
|---|---|
| Planum (verdichteter Untergrund) | eben, tragfähig, mit demselben Gefälle wie die spätere Oberfläche |
| Tragschicht, oft mit Frostschutzschicht | tragfähig, verformungsbeständig, wasserdurchlässig, in ausreichender Dicke |
| Randeinfassung | Bord- oder Einfassungssteine auf Betonfundament mit Rückenstütze |
| Bettung | gleichmäßig dick, verdichtet 4 cm ± 1 cm |
| Pflasterdecke | Steine mit ausreichend breiten Fugen, Fugen vollständig gefüllt |
Wie dick die Tragschicht sein muss, hängt von Belastung und Boden ab. Eine Garageneinfahrt braucht mehr als ein Gartenweg. Lassen Sie sich im Zweifel beraten.
Gefälle einplanen
Wasser muss laut SLG auf kurzem Weg von der Fläche ablaufen. Die Mindestquerneigung beträgt 2,5 Prozent, bei wasserempfindlichen Böden 4 Prozent. Das Gefälle wird schon im Planum und in allen Schichten darüber ausgeführt, nicht erst in der Bettung. 2,5 Prozent bedeuten 2,5 cm Höhenunterschied auf einen Meter. Führen Sie das Wasser vom Haus weg.
Schritt für Schritt verlegen
- Ausheben und verdichten: Boden ausheben, Planum mit Gefälle anlegen und verdichten.
- Tragschicht einbauen: Schichtweise einbringen und verdichten, Gefälle mitführen.
- Randsteine setzen: Abstand der Randeinfassung vorher durch Auslegen einer Steinreihe festlegen, dann auf Betonfundament setzen.
- Bettung abziehen: Bettungsmaterial gleichmäßig feucht einbauen und mit Richtlatte abziehen. Laut SLG darf die abgezogene Bettung nicht mehr betreten werden.
- Steine verlegen: Von der fertigen Fläche aus arbeiten. Steine aus mehreren Paketen mischen, damit keine Farbflecken entstehen. Mit Schnur in Längs- und Querrichtung auf gerade Fugen achten.
- Nicht pressen: Die angeformten Abstandshalter an den Steinen geben laut SLG nicht die Fugenbreite vor. Pressverlegung vermeiden. Passsteine nicht kleiner als ein Drittel des Ausgangssteins schneiden.
- Verfugen: Fugenmaterial laufend einfegen, die Fugen vollständig füllen.
- Abrütteln: Überschüssiges Material abkehren, dann nur bei trockener Oberfläche mit Rüttelplatte und Kunststoffmatte abrütteln. Unverfugte Flächen nicht abrütteln.
- Fugenschluss: Zum Abschluss feines Material einschlämmen. Das stabilisiert die Fugen.
Werkzeug und Material wie Rüttelplatte, Splitt oder Randsteine bekommen Sie im Baustoffhandel. Was beim Kauf und bei der Lieferung zu beachten ist, erklärt Baumarkt 123.
Unkraut in den Fugen
Auf Pflaster, Wegen und Einfahrten dürfen Sie keine Unkrautvernichtungsmittel einsetzen. Nach § 12 Abs. 2 Pflanzenschutzgesetz dürfen Pflanzenschutzmittel nicht auf befestigten Freilandflächen und nicht auf sonstigen Flächen angewendet werden, die weder landwirtschaftlich, forstwirtschaftlich noch gärtnerisch genutzt werden. Ausnahmen kann nur die zuständige Behörde genehmigen.
Bleibt also die mechanische Arbeit mit Fugenkratzer oder Bürste. Mehr dazu unter Unkraut vernichten. Absinkende Platten können übrigens auch auf Ameisen hindeuten, siehe Ameisenbefall.
Häufige Fragen
Wie viel Gefälle braucht eine Pflasterfläche?
Laut SLG mindestens 2,5 Prozent Querneigung, bei wasserempfindlichen Böden 4 Prozent.
Wie dick ist die Bettung unter Pflaster?
Das SLG nennt 4 cm ± 1 cm im verdichteten Zustand.
Darf ich Unkraut im Pflaster mit Unkrautvernichter bekämpfen?
Nein. Nach § 12 Abs. 2 Pflanzenschutzgesetz ist das auf befestigten Flächen verboten, Ausnahmen nur mit Genehmigung der Behörde.
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