Ratgeber
Richtig lüften und heizen
Lüften und Heizen gehören zusammen. Wer zu wenig lüftet, riskiert Schimmel, wer falsch lüftet, heizt zum Fenster hinaus. Die Angaben auf dieser Seite stammen aus dem Beitrag „Heizen und Lüften: So geht's richtig“ der Verbraucherzentrale (Stand 16.09.2026) und dem Umwelttipp „Heizen, Raumtemperatur“ des Umweltbundesamts (UBA, Stand 24.10.2023), beide abgerufen am 27. Oktober 2026.

Woher die Feuchtigkeit kommt
Ein Vierpersonenhaushalt gibt laut UBA täglich etwa 12 Liter Feuchtigkeit an die Raumluft ab. Ein einzelner Mensch gibt laut Verbraucherzentrale pro Nacht bis zu einem halben Liter Wasser ab. Dazu kommen Duschen, Kochen und Wäschetrocknen. Diese Feuchtigkeit muss regelmäßig nach draußen.
Stoßlüften statt Kippen
Ein dauerhaft gekipptes Fenster tauscht wenig Luft aus und kühlt den Raum aus. UBA und Verbraucherzentrale empfehlen deshalb das Stoßlüften:
- Thermostat am Heizkörper zudrehen.
- Fenster ganz öffnen, am besten zwei gegenüberliegende Fenster gleichzeitig.
- Je nach Jahreszeit lüften (siehe Tabelle).
- Fenster schließen und das Thermostat wieder auf die gewohnte Stufe stellen.
Die Luft sollte laut Verbraucherzentrale mindestens drei- bis viermal am Tag komplett ausgetauscht werden, besonders nach dem Aufstehen, Duschen und Kochen.
| Jahreszeit | Dauer laut Verbraucherzentrale |
|---|---|
| Winter, kalt oder windig | 3 bis 5 Minuten |
| Frühjahr und Herbst | 10 bis 20 Minuten |
Das UBA nennt in einer Grafik für den Sommer 20 bis 30 Minuten.
Die richtige Luftfeuchte
Ideal sind laut Verbraucherzentrale 40 bis 60 Prozent relative Luftfeuchte. Unter 30 Prozent können die Schleimhäute gereizt werden. Im Winter steigt die Schimmelgefahr, wenn die Luftfeuchte regelmäßig über 50 Prozent liegt. Direkt an einer Wand kann Schimmel ab etwa 70 bis 80 Prozent wachsen. In gut gedämmten Gebäuden sind 60 Prozent oft unproblematisch, bei schlechter Dämmung können an kalten Tagen schon 40 Prozent in Raumecken zu viel sein.
Ein Thermo-Hygrometer zeigt Temperatur und Luftfeuchte an. Es kostet laut Verbraucherzentrale wenige Euro. Spätestens wenn die Fensterscheiben von innen beschlagen, sollten Sie lüften.
Mindesttemperatur und Möbel
Schimmel entsteht dort, wo warme, feuchte Luft auf kalte Flächen trifft. Die Verbraucherzentrale rät:
- Alle Wohn- und Schlafräume tagsüber auf mindestens 16 bis 18 °C heizen, auch selten genutzte.
- Der Unterschied zwischen zwei Räumen sollte nicht mehr als 5 Grad betragen. Türen zwischen unterschiedlich warmen Räumen schließen Sie.
- Keine Möbel direkt vor Heizkörper oder kalte Außenwände stellen.
Das UBA nennt für Möbel an Außenwänden einen Abstand von mindestens 10 cm.
Wie viel jedes Grad weniger spart, zeigt der Heizkosten-Rechner. Was Sie an der Heizungsanlage selbst einstellen können, steht unter Gasverbrauch senken. Staub zwischen den Lamellen bremst die Wärmeabgabe, dazu lesen Sie Heizkörper reinigen.
Häufige Fragen
Wie lange sollte man im Winter lüften?
Laut Verbraucherzentrale reichen bei Kälte oder Wind 3 bis 5 Minuten Stoßlüften, im Frühjahr und Herbst 10 bis 20 Minuten.
Welche Luftfeuchtigkeit ist in der Wohnung normal?
Die Verbraucherzentrale nennt 40 bis 60 Prozent als ideal. Liegt der Wert im Winter regelmäßig über 50 Prozent, steigt die Schimmelgefahr.
Wie kalt darf ein Raum werden, ohne dass Schimmel droht?
Die Verbraucherzentrale empfiehlt tagsüber mindestens 16 bis 18 °C in allen Wohn- und Schlafräumen.
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