Ratgeber

Was ist eine Borderline-Beziehung?

Von einer Borderline-Beziehung spricht man umgangssprachlich, wenn ein Partner an einer Borderline-Persönlichkeitsstörung erkrankt ist. Ob das zutrifft, kann nur eine ärztliche oder psychotherapeutische Untersuchung klären, diese Seite stellt keine Diagnosen. Grundlage sind die Seiten zur Borderline-Störung auf neurologen-und-psychiater-im-netz.org (fachlich begleitet von Prof. Dr. Sabine C. Herpertz, Deutsche Gesellschaft für Psychiatrie und Psychotherapie, Psychosomatik und Nervenheilkunde, DGPPN), abgerufen am 27.10.2026. Diese Seite dient der allgemeinen Information und ersetzt keine ärztliche Beratung. Wenden Sie sich bei Beschwerden an Ihre Arztpraxis.

Stand Oktober 20263 Min. Lesezeit
Paar sitzt Rücken an Rücken auf dem Sofa und schweigt

Das Krankheitsbild in Kürze

Die Borderline-Persönlichkeitsstörung ist laut der Quelle eine ernste psychische Erkrankung. Sie zeigt sich durch Impulsivität und Instabilität bei Gefühlen, Stimmung, Selbstbild und Beziehungen. Etwa 3 Prozent der Bevölkerung sind betroffen, Männer und Frauen ungefähr gleich häufig. Erste Anzeichen treten meist in der Jugend auf.

Merkmal laut Quelle Was es bedeutet
Gestörte Gefühlsregulation starke, oft kaum aushaltbare innere Anspannung
Verlustangst große Angst, verlassen zu werden
Zwiespalt bei Nähe Wunsch nach Nähe und gleichzeitig Angst davor
Schwankender Selbstwert starke Gefühle von Schuld, Scham und Selbstverachtung
Selbstverletzung dient Betroffenen dazu, Spannung abzubauen

Was das für eine Partnerschaft bedeutet

Partnerschaften scheitern laut der Quelle häufig daran, dass der gesunde Partner mit den Stimmungs- und Gefühlsschwankungen nicht zurechtkommt. Für Partnerinnen und Partner kann das sehr belastend sein. Hilfreich können diese Schritte sein:

  1. Informieren Sie sich über die Erkrankung aus seriösen Quellen, damit Sie Verhalten besser einordnen können.
  2. Sprechen Sie Ihre eigenen Grenzen ruhig und klar aus.
  3. Nehmen Sie Ihre eigene Belastung ernst und holen Sie sich Unterstützung, etwa in einer Beratungsstelle.
  4. Ermutigen Sie zur Behandlung, ohne selbst die Rolle der Therapeutin oder des Therapeuten zu übernehmen.

Diese Schritte sind allgemeine Hinweise, keine Therapie. Wie man eine Beziehung beendet, wenn sie nicht mehr tragbar ist, lesen Sie unter Beziehung beenden.

Wie behandelt wird

Wichtigster Baustein ist laut der Quelle eine Psychotherapie, Medikamente ergänzen sie nur. Eingesetzt werden spezielle Verfahren, etwa die Dialektisch-Behaviorale Therapie, die Schematherapie, die mentalisierungsbasierte Therapie und die übertragungsfokussierte Psychotherapie. Eine Behandlung dauert laut der Quelle etwa ein bis drei Jahre. Kein Medikament kann die Störung allein heilen.

Wann zum Arzt

Erster Schritt kann die Hausarztpraxis oder eine psychotherapeutische Sprechstunde sein. Einen Termin für die psychotherapeutische Sprechstunde vermittelt laut 116117.de der Patientenservice unter 116117 oder online über eterminservice.de, eine Überweisung ist dafür nicht nötig.

Bei Gedanken an Selbstverletzung oder Suizid, bei einem Suizidversuch oder akuter Gefahr wählen Sie sofort den Notruf 112. Rund um die Uhr, kostenlos und anonym erreichbar ist laut telefonseelsorge.de die TelefonSeelsorge unter 0800 111 0 111, 0800 111 0 222 oder 116 123, auch per Chat und E-Mail.

Mehr zum Begriff der Beziehung ohne romantischen Anspruch finden Sie unter platonische Beziehung.

Häufige Fragen

Wie häufig ist die Borderline-Persönlichkeitsstörung?

Laut neurologen-und-psychiater-im-netz.org sind etwa 3 Prozent der Bevölkerung betroffen.

Ist Borderline behandelbar?

Ja. Im Mittelpunkt steht eine spezielle Psychotherapie, die laut Quelle etwa ein bis drei Jahre dauert.

Wo bekommen Angehörige Hilfe?

Zum Beispiel rund um die Uhr bei der TelefonSeelsorge unter 0800 111 0 111 oder 116 123, kostenlos und anonym.

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