Ratgeber

Blattläuse bekämpfen: erst vorbeugen, dann gezielt handeln

Blattläuse saugen an jungen Trieben und treten im Frühjahr oft in großer Zahl auf. Die folgenden Hinweise stützen sich auf den Umwelttipp „Blattläuse“ des Umweltbundesamts (UBA, zuletzt aktualisiert am 26.02.2026) und auf das Pflanzenschutzgesetz (PflSchG), beide abgerufen am 27. Oktober 2026. Die rechtlichen Angaben sind eine allgemeine Information, keine Rechtsberatung.

Stand Oktober 20263 Min. Lesezeit
Gärtnerin schneidet eine rote Rose mit der Gartenschere

Vorbeugen: Standort, Dünger, Kontrolle

Das UBA nennt mehrere Wege, einem starken Befall vorzubeugen:

  • Passender Standort: Pflanzen wählen, die zu Boden und Lage passen. Kümmernde Pflanzen sind besonders anfällig.
  • Maßvoll düngen: Zu viel Stickstoff macht das Gewebe weich. Organische Dünger hält das UBA für günstiger als synthetische.
  • Mulchen: Mulch verändert den Farbkontrast zwischen Boden und Pflanze, dadurch fliegen weniger Läuse an.
  • Mischkultur: Knoblauch, Oregano, Thymian oder Lavendel zwischen anfällige Pflanzen setzen.
  • Regelmäßig nachsehen: Wer früh kontrolliert, entdeckt Kolonien, bevor sie sich massenhaft vermehren.

Nützlinge fördern

Marienkäfer, Schwebfliegen und Grabwespen fressen Blattläuse oder füttern ihre Larven damit. Laut UBA helfen ihnen:

Nützling Was ihm hilft
Marienkäfer Winterquartiere wie Laubhaufen, Totholz oder Steinhaufen; im Frühjahr keine Insektizide
Schwebfliegen Blühflächen, zum Beispiel mit Phacelia, Kamille oder Kornblume; Hecken und Baumstümpfe zum Überwintern
Grabwespen gebündelte Holunderäste mit Mark, aufrecht an einem sonnigen Platz

Im Gewächshaus rät das UBA, nur einheimische Marienkäferarten auszubringen. Ameisen schützen Blattläuse übrigens vor ihren Feinden, weil sie deren Honigtau nutzen. Darauf weist die Sächsische Gartenakademie in einem Hinweisblatt hin. Was gegen Ameisen im Haus hilft, steht unter Ameisenbefall.

Läuse von Hand entfernen

Bei kleinem Befall genügt oft Handarbeit. So gehen Sie vor:

  1. Befallene Triebspitzen mit der Hand abstreifen oder abschneiden.
  2. Bei Gehölzen und robusten Stauden die Läuse mit einem Wasserstrahl abspülen. Den Druck langsam steigern, damit die Triebe nicht brechen.
  3. Nach einigen Tagen nachsehen und den Vorgang bei Bedarf wiederholen.

Das UBA weist darauf hin, dass ein Befall meist harmlos ist und die Pflanze ihn verkraftet.

Pflanzenschutzmittel nur mit Zulassung

Nach § 12 Abs. 1 PflSchG dürfen Pflanzenschutzmittel nur angewendet werden, wenn sie zugelassen sind, und nur in den Anwendungsgebieten und nach den Bestimmungen der Zulassung. Für den Garten bedeutet das laut UBA:

  • Nur Mittel mit dem Vermerk „Anwendung durch nichtberufliche Anwender zulässig“ kaufen. Welche Mittel zugelassen sind, zeigt die Datenbank des Bundesamts für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL).
  • Als vergleichsweise umweltverträglich nennt das UBA Mittel auf Basis von Rapsöl oder Kaliseife.
  • Die Gebrauchsanleitung genau beachten. Abends oder bei bedecktem Himmel behandeln, weil Tropfen in der Sonne die Blätter verbrennen können.
  • Einige Mittel schaden auch Nützlingen.

Pflanzenstärkungsmittel wie Ackerschachtelhalm-Extrakt und Auszüge aus Zwiebeln oder Brennnesseln, die als Grundstoffe genehmigt sind, nennt das UBA als weitere Möglichkeit. Gegen Unkraut auf Wegen gelten strengere Regeln, siehe Unkraut vernichten.

Häufige Fragen

Muss ich jeden Blattlausbefall bekämpfen?

Nein. Laut Umweltbundesamt ist ein Befall meist harmlos, und Nützlinge reduzieren die Läuse oft von selbst.

Darf ich selbst gemischte Spritzbrühen verwenden?

Erlaubt sind nach § 12 PflSchG nur zugelassene Mittel. Pflanzenextrakte, die als Grundstoff genehmigt sind, nennt das UBA ausdrücklich. Im Zweifel fragen Sie beim Pflanzenschutzdienst Ihres Bundeslandes nach.

Wann wirkt der Wasserstrahl am besten?

Bei robusten Pflanzen, sobald Sie die ersten Kolonien entdecken. Danach regelmäßig kontrollieren, wie es das UBA empfiehlt.

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